Dritte Glocke in Mögeldorf

Der Kirchenvorstand hat im Sommer / Herbst 2016 erwogen, ob es wieder eine 3.Glocke an der Kirche geben könnte. Der Kirchenvorstand hat sich für die laufenden Bauarbeiten dagegen entschieden, dieses Projekt weiterzuführen. Es waren verschiedene Gründe, die uns dazu bewogen haben. Wir sind angetreten die zwei Glocken wieder zum Läuten zu bringen. Den Glockenstuhl und Turm soweit zu festigen, dass das Geläut wieder funktioniert. Dies ist erreicht – mehr wollten wir zunächst nicht.

Eine dritte Glocke war wohl lange Jahrzehnte/Jahrhunderte an der Kirche - der Glockenstuhl trägt die Jahreszahl 1654. Auch die dendrochronologische Untersuchung bestätigte eine Fällung der Bäume  für den dritten Glockenstuhl für diese Zeit. Der statische Gutachter hat aber zugleich zu bedenken gegeben, dass eine Glocke, die heute elektrisch betrieben wird, mit sehr viel mehr Wucht geläutet wird, als damals. Die Auswirkung auf Glockenstuhl und Turm wären sicher sehr viel massiver.

Der Kirchenvorstand hat sich gegen die Anschaffung einer dritten Glocke in der Form und zu der Zeit entschieden, auch weil der Glockensachverständige darauf bestand, wenn eine dritte Glocke angeschafft würde, solle sie so ins Geläut passen, dass sie zwischen die „kleine“ und „große“ kommt. Das heißt, die jetztige kleine Glocke sollte in den oberen Glockenstuhl, was die Statik der Glockenstühle und des Kirchturms erheblich verändern würde. Dies ist nicht vorstellbar.

Aus dieser Erwägung hat der Kirchenvorstand sich gegen eine dritte Glocke in der vorgeschlagenen Form und zu der Zeit entschieden. Es wurde aber sichergestellt, dass der Glockenstuhl für die 3. Glocke mit einfachen Mitteln mitsaniert wurde. Eine dritte Glocke ist prinzipiell möglich – allerdings wäre sie nicht Bestandteil des Geläutes, sondern würde eine liturgische Sonderform einnehmen. Das heißt, sie würde vielleicht nur zum Abendmahl, zu Taufen oder zum Abendläuten erklingen – nicht aber im Zusammenklang mit den anderen beiden Glocken. Und ein weiterer zu prüfender Punkt wäre: Kann sie elektrisch oder nur durch Handbetrieb geläutet werden? (was wesentlich schonender wäre – auch wenn die neu eingebauten Elektro-Antriebe schon sehr „sanft“ arbeiten)
Fakt ist: Es ist möglich die dritte Glocke zu installieren. Man müsste auch den Turm nicht „aufmachen“, weil diese Glocke durch die Schalläden einzubringen wäre. Klärend und weiterführend war zu erfahren, dass es eine 3.Glocke seit circa 1654 gab und dass die Möglichkeit eines Wiedereinbaus besteht, aber auch dass sie eine Sondersituation einnehmen wird. Wir haben das Projekt für die Zeit der Bausanierung abgelehnt, auch weil die finanziellen Mittel dafür jetzt nicht da sind (eine Anschaffung würde circa 15-20.000 € kosten).